Religionslehrer*innen fragen nach Bedingungen (inter-)religiöser Verständigung

Zum zweiten Mal veranstaltete der Religionslehrerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. den Tag für Religionslehrer*innen in Rostock.

Der ökumenische Tag stand unter der Überschrift „Gemeinsam Sprache finden. RU zwischen Interreligiosität und Konfessionslosigkeit.“ Der Vormittag wurde von Prof. Dr. Harald Schwillus, Professor für katholische Religionspädagogik in Halle,  gestaltet.  Er entfaltete seine These, dass religiöse Sprache eine eigene Logik besitzt und vertiefte diese an Beispielen.

Am Nachmittag wurde das Tagungsthema in drei Workshops weiter erarbeitet. Petra Wenzel (PTI) fragte in ihrem Workshop für Grund- und Förderschulen „Ich schenke Dir ein Licht“ nach Differenzen und Analogien des Symbols Licht in Judentum, Christentum und Islam. Stefan Schumacher (PTI) ging schwierigen Fragen im RU nach. Dabei wurden sehr unterschiedliche Gründe entdeckt, was eine Frage zu einer schwierigen macht und welche Ressourcen Religionslehrer*innen nutzen können, um ihnen zu begegnen.

Prof. Harald Schwillus fragte nach Aufgabenstellungen in Schulbüchern der Sek II und deren Potential für sich als nichtchristlich verstehende Schüler*innen.

 „Das war ein gelungener Tag. Genau die richtige Mischung Theorie, Praxis und Austausch“, gab eine Teilnehmerin als Feedback. Mit fünfzig Teilnehmenden aus ganz MV war die Veranstaltung ausgebucht. Das zeigt, dass wir auf einen guten Weg sind und so wenden wir unseren Blick schon zum dritten „Religionslehrertag“ Ende März 2020 in Rostock.

Fortbildung: Gemeinsam Sprache finden. Religionsunterricht zwischen Interreligiosität und Konfessionslosigkeit

Religiöse Sprachbarrieren gibt es auf allen Seiten. Einerseits verstehen Schüler*innen religiöse Rede kaum noch und anderseits kommen durch die Migrationsbewegung zunehmend Schüler*innen in die Schulen, die eine selbstverständliche Frömmigkeit pflegen, die Schüler*innen wie Lehrer*innen oft fremd ist. Die Tagung fragt danach, wie Verständigungsprozesse initiiert werden können. Für eine Näherung an religiöse Sprache – insbesondere in unterrichtlichen Zusammenhängen – ist es hilfreich, unterschiedliche Dimensionen dieser Sprache zu unterscheiden. Dazu gehören die Inhaltsdimensionen religiöser Sprache ebenso wie die Ausdrucksdimensionen religiöser Sprache und ihre Kommunikationsdimensionen.

In diese führt ein Vortrag am Vormittag ein. Am Nachmittag geben Workshops unterrichtspraktische Impulse.

Freitag 29.03. 2019, 9.30 – 15.30 Uhr
Zentrum Kirchlicher Dienste, Alter Markt 19, 18055 Rostock
Beitrag: 15 EUR (für unsere Mitglieder 10 EUR)
Für einen Mittagsimbiss ist gesorgt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation von Religionslehrerverband Mecklenburg Vorpommern e.V., PTI der Nordkirche, Erzbistum Hamburg und IQ M-V statt und ist als Fortbildung im Sinne des Schulgesetzes anerkannt.

Neugierig geworden? Flyer mit Workshops gibt es hier.

Anmeldung bis zum 18.03. über die Weboberfläche des PTI oder per Mail.

Unmut um neues Schulgesetz

Die Landesregierung bemüht sich um die schnelle Verabschiedung eines neuen Schulgesetzes. Das Gesetz mit dem Ziel, Inklusion besser umzusetzen, ist nicht unumstritten. Auch der Religionslehrerverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine Stellungnahme zum Schulgesetz abgegeben, in der wir unsere Bedenken zum gegenwärtigen Entwurf zum Ausdruck bringen. Wir kritisieren z.B.

  • Beim Übergang an das Gymnasium darf nicht allein der Notendurchschnitt am Ende der Orientierungsstufe zählen. In der vorliegenden Fassung des Entwurfs endet Inklusion in der 6. Klasse.
  • Dringend müssen Fort- und Weiterbildungsangebote zur Umsetzung von Inklusion geschaffen werden.
  • Mecklenburg-Vorpommern fehlt es an Ausbildungsmöglichkeiten in den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen und Hören.
  • Im Gesetzentwurf enthaltende Sprachregelungen in Bezug auf das vorläufige Bestehen von Förderzentren für Schüler*innen mit besonders ausgeprägtem sonderpädagogischen Förderbedarf sind noch nicht hinreichend präzise definiert.
  • Der zeitliche Mehraufwand, der durch die von uns ausdrücklich befürwortete inklusive Beschulung entsteht, muss in einem veränderten Lehrerarbeitszeitmodell Berücksichtigung finden.

Wir erkennen die Bemühungen des Landes, individuelle Förderung sowie gemeinsames und inklusives Lernen zu fördern an und begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Der Entwurf des Sechsten Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes ist unserer Ansicht nach jedoch nicht geeignet, dieses Anliegen in der nötigen Konsequenz umzusetzen. Etliche Schritte sind noch nicht konsequent genug gedacht und vorangebracht. Hier wünschen wir uns vom Land mehr Stringenz und Mut zur Veränderung..

Mit diesem Gesetzesentwurf endet Inklusion im Wesentlichen nach der Orientierungsstufe. Wir fordern das Land nachdrücklich auf, auch für die Sekundarstufen ein tragbares Konzept zur inklusiven Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf zu entwickeln. Zweifelsohne bedarf es dafür die Einrichtung von Inklusion als Querschnittsthema in der Ausbildung von Lehrkräften aller Schulstufen und -arten, sowie aller Phasen der Lehrerbildung.

Geanau nachlesen können Sie unsere Stellungnahme hier.

Einen guten Start ins Jahr 2019 wünscht der Religionslehrerverband

Auch im Jahr 2019 bieten wir Ihnen die Chance, sich fortzubilden und mit anderen Religionslehrer_innen zu vernetzen. Nehmen Sie z.B. Teil an unserer Fortbildung „RU tut gut! Tag für Religionslehrer*innen“ am 29. März zum Thema „Gemeinsam Sprache finden. Religionsunterricht zwischen Konfessionslosigkeit und Interreligiösem Dialog“ in Rostock, unserer Kanutour am 17. und 18. August auf der Peene oder unserer Mitgliederversammlung bei den 20. Tagen der Religionspädagogik MV am 2. Novemberwochenende in Plau am See.

Weitere Infos und Anmeldeinformationen unter vorstand[at]ru-tut-gut.de

Viel Freude bei allem Neuem und Geduld gegenüber dem Alten wünscht

Ihr Religionslehrerverband M-V e.V.