Stellungnahme zum neuen Rahmenplan für die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe

Dem Religionslehrerverband M-V e.V. wurde eine Stellungnahme zur Anhörungsfassung des neuen Rahmenplans für die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe für Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht. Diesem Angebot sind wir dankend nachgegangen und veröffentlichten sie am 24. Mai 2019. Wir laden Sie dazu ein, hier einen Einblick in die Stellungnahme zu bekommen.

Unmut um neues Schulgesetz

Die Landesregierung bemüht sich um die schnelle Verabschiedung eines neuen Schulgesetzes. Das Gesetz mit dem Ziel, Inklusion besser umzusetzen, ist nicht unumstritten. Auch der Religionslehrerverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine Stellungnahme zum Schulgesetz abgegeben, in der wir unsere Bedenken zum gegenwärtigen Entwurf zum Ausdruck bringen. Wir kritisieren z.B.

  • Beim Übergang an das Gymnasium darf nicht allein der Notendurchschnitt am Ende der Orientierungsstufe zählen. In der vorliegenden Fassung des Entwurfs endet Inklusion in der 6. Klasse.
  • Dringend müssen Fort- und Weiterbildungsangebote zur Umsetzung von Inklusion geschaffen werden.
  • Mecklenburg-Vorpommern fehlt es an Ausbildungsmöglichkeiten in den Förderschwerpunkten körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen und Hören.
  • Im Gesetzentwurf enthaltende Sprachregelungen in Bezug auf das vorläufige Bestehen von Förderzentren für Schüler*innen mit besonders ausgeprägtem sonderpädagogischen Förderbedarf sind noch nicht hinreichend präzise definiert.
  • Der zeitliche Mehraufwand, der durch die von uns ausdrücklich befürwortete inklusive Beschulung entsteht, muss in einem veränderten Lehrerarbeitszeitmodell Berücksichtigung finden.

Wir erkennen die Bemühungen des Landes, individuelle Förderung sowie gemeinsames und inklusives Lernen zu fördern an und begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Der Entwurf des Sechsten Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes ist unserer Ansicht nach jedoch nicht geeignet, dieses Anliegen in der nötigen Konsequenz umzusetzen. Etliche Schritte sind noch nicht konsequent genug gedacht und vorangebracht. Hier wünschen wir uns vom Land mehr Stringenz und Mut zur Veränderung..

Mit diesem Gesetzesentwurf endet Inklusion im Wesentlichen nach der Orientierungsstufe. Wir fordern das Land nachdrücklich auf, auch für die Sekundarstufen ein tragbares Konzept zur inklusiven Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf zu entwickeln. Zweifelsohne bedarf es dafür die Einrichtung von Inklusion als Querschnittsthema in der Ausbildung von Lehrkräften aller Schulstufen und -arten, sowie aller Phasen der Lehrerbildung.

Geanau nachlesen können Sie unsere Stellungnahme hier.